Schönes neues Europa

Kaffeehaus. Das erste Espresso Wiens aus dem Jahr 1951 hat nach monatelangen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. Manche Stammgäste werden sich an das neue, schicke Cafe l'Europe erst gewöhnen müssen.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Es schaut gut aus. Frisch, modern. Aber irgendwie auch kälter als früher." Die alte Dame sitzt an einem der blanken Marmortische und ist irritiert. Früher ist Sophie Molnar regelmäßig zum Kaffeetrinken ins l'Europe am Graben gekommen. In ein Kaffeehaus, das für sein spezielles Kaffeeröstrezept bekannt war. Und für seinen eigenen Charme - der Mischung aus Fifties- und Sixties-Einrichtung mit reichlich Patina. Von der Patina ist nach der Wiedereröffnung nichts übrig geblieben. Dafür gibt es jetzt eine Heerschar junger, adretter Kellner.

Im l'Europe hat sich seit Ende des vergangenen Jahres viel verändert. Da wurde der Vertrag des langjährigen Betreibers Erhard Bauer nicht mehr verlängert. Besitzer Heinz Bartel entschloss sich zur Renovierung des traditionellen Kaffeehauses am Graben. Damit ging eine Wiener Kaffeehauslegende zu Ende. Eine Legende, die 1951 begann, als mit dem l'Europe das erste Espresso am Graben gebaut wurde: Die Eigentümer der Kaffeedynastie Columbia versuchten


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