Körper und Politik

Marathon. Was hat uns das massive Auftreten von Körpern im Stadtbild zu sagen?

Vorwort | Isolde Charim | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Was haben die regelmäßigen Demonstrationen, der Einzug zum Life Ball und der Marathon am letzten Sonntag gemein? Alle drei sind jüngste Ereignisse (oder Ereignistypen), bei denen Körper in spezifischer Weise auf den Straßen Wiens in Erscheinung treten. Es sind drei Formen des Eingriffs in den Ablauf des Stadtlebens, drei Einbrüche des Nichtalltäglichen in den urbanen Raum.

Auf dieser gemeinsamen Grundlage - im wahrsten Sinne des Wortes - werden die Differenzen solcher urbanen "Ausnahmezustände" sichtbar. Die Unterschiede zwischen diesen Ereignissen machen einen theoretischen Gemeinplatz unmittelbar anschaulich: Öffentlichkeit gibt es nicht einfach - Öffentlichkeit muss hergestellt werden.

Während die Demonstrationen eben dies tun, nämlich einen städtischen Raum zu einem öffentlichen machen, während der Einzug der Kostümierten zum Life Ball durch ihr ironisches Spiel mit der Grenze zwischen Natur und Kultur - wo der natürliche Körper größtenteils entblößt, als Kulturelement


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