"Zahlen nicht für alles"

Vergangenheitsbewältigung. Maria Schaumayer, Regierungsbeauftragte für NS-Zwangsarbeit und ehemalige Nationalbankpräsidentin, über Gerechtigkeit für Opfer und Täter, ihre Erinnerungen an das NS-Regime und ein seltsames Angebot des Opfer-Anwaltes Ed Fagan.

Politik | Gerald John | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Eigentlich hat sich Maria Schaumayer längst ein gutbügerliches Pensionistinnenleben verdient. Ein bisschen Bridge-spielen, ein paar Ausstellungen besuchen, dann und wann ins Konzert gehen. Doch die Hobbys der 68-Jährigen müssen warten. "Man stellt sich der Aufgabe", sagt Schaumayer. Und diese ist sensibel: Als Regierungsbeauftragte für die Entschädigung ehemaliger Sklaven- und Zwangsarbeiter während der NS-Zeit soll sie einen Fonds auf die Beine stellen, aus dem die heute schon betagten Opfer so bald wie möglich Leistungen beziehen können.

Bei der Versöhnungskonferenz vergangene Woche gelang Schaumayer ein großer Schritt in diese Richtung. US-Unterhändler Stuart Eizenstat sprach von "großen Fortschritten", entsprechende bilaterale Abkommen mit den verschiedenen Herkunftsländern der Opfer sollen bereits unterschriftsreif sein. Gemäß dem Entwurf des Versöhnungsfondsgesetzes sollen 150.000 Zwangsarbeiter mit insgesamt sechs Milliarden Schilling entschädigt werden. Wie die


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