"One up"

NS-Aufarbeitung. Durchbruch bei den Zwangsarbeitern, ein neuer Beauftragter für Restitutionsfragen: Wird ausgerechnet die schwarz-blaue Regierung zum Vorbild in Sachen Vergangenheitsbewältigung?

Politik | Gerald John | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Das Statement der Maria Schaumayer war nicht für alle Pressevertreter befriedigend. Einem ausländischen Journalisten brennt noch eine Frage auf den Lippen: Wie denn Schaumayer die Ausfälle des FPÖ-Europa-Abgeordneten Peter Sichrovsky, der Kultusgemeinde-Chef Ariel Muzicant einen "Berufsjuden" nannte, kommentiere, will er wissen. Der Medienvertreter setzt an - und wird unterbrochen. "Nein, nächste Frage bitte", gibt der Leiter der Pressekonferenz das Mikrofon an einen Kollegen weiter.

Kritische Töne gingen vergangenen Mittwoch im Bundeskanzleramt unter. Stattdessen war im Anschluss an die "Versöhnungskonferenz" viel von "Erfolg" und "Fortschritt" die Rede. Die Regierungsbeauftragte Maria Schaumayer verkündete gemeinsam mit US-Unterhändler und Vizefinanzminister Stuart Eizenstat, dass eine Einigung über Zahlungen an ehemalige NS-Sklaven- und -Zwangsarbeiter auf dem Gebiet des heutigen Österreich bevorstehe. An rund 150.000 Leistungsberechtigte sollen nach einem Stufensystem insgesamt


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