Ausgemessen?

Justiz. Der Menschenvermesser Johann Szilvassy gibt "aus gesundheitlichen Gründen" auf. Die Justiz deckt ihn weiter und wischt alle Bedenken vom Tisch.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Auf seinem Aktenordner steht das Wörtchen "Rassen". Es ist durchgestrichen. Darunter steht das Wort "Schamhaare". Der Ordner wird in nächster Zeit nicht mehr benötigt. Johann Szilvassy räumt sein Büro am gerichtsmedizinischen Institut in der Sensengasse. Er gibt auf. "Im Hinblick auf sein Alter und seinen Gesundheitszustand", so erklärte der Sprecher des Landesgerichts für Zivilrechtssachen, "verzichtet der Anthropologe Johann Szilvassy auf seine Eigenschaft als allgemein Sachverständiger."

Damit ist vorerst der Schlussstrich unter eine kuriose Affäre gezogen: Vor knapp zwei Monaten hatte der Falter erstmals über die Methoden Szilvassys berichtet. Der Anthropologe und Aula-Autor ("Anthropologie ist eine politische Grundlagenwissenschaft") vermaß Geschlechtsteile von Afrikanern, teilte Schamhaare in Stadien ein und zog daraus Schlüsse für das Alter der "Probanden". Leider waren sie immer ein bisschen zu alt für das milde Jugendstrafrecht. Kritiker monierten, dass Szilvassy politisch


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