Grüne Quereinsteigerin Echerer: "Politik als Berufung"

Politik | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Falter: Frau Abgeordnete, was machen Sie eigentlich im EU-Parlament?

Mercedes Echerer: Ich habe im Dezember eine Initiative gestartet, damit Österreich die Buchpreisbindung beibehalten kann. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hat zu mir gesagt: "Das ist die Lösung." Und ich arbeite an der Harmonisierung der Asylverfahren.

In den österreichischen Medien werden Sie nicht einmal ignoriert.

Die Jounalisten hier behandeln mich mit viel Respekt. Diese Korrespondenten müssen sich aber den großen Themen wie der Regierungskonferenz widmen. Ich bin nicht die Politikerin, die große Analysen macht. Ich versuche die vorhandenen Programme zum Besseren zu verändern.

Sie fühlen sich mittlerweile als Politikerin?

Von meinem Herzen her bleibe ich Schauspielerin. Ich sehe diese fünf Jahre in der Politik aber auch als Berufung.

Beim Wahlkampfabschluss der Grünen vor der Nationalratswahl fungierten Sie nicht als Rednerin, sondern als Moderatorin.

Ich habe das einmal für die Grünen gemacht - das war aber auch das letzte Mal. Ich musste auch den Grünen Zeit geben zu akzeptieren, dass ich jetzt Politikerin bin.


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