Einihauen, auflaufen, verzagen

Quereinsteiger. Im Juni jährt sich die EU-Wahl. Was wurde aus dem erst selbstbewussten, dann arroganten und schließlich beleidigten Spitzenkandidaten der SPÖ? Was wurde aus Hans Peter Martin?

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Tut er fleißig mit den Franzosen Champagner trinken? Redetder Vaterlandsverräter gar mit Belgiern?" So dreist hat der Journalist von der Kronen Zeitung nicht gefragt. Aber das Angebot war klar: Vernadere Hannes Swoboda als Vernaderer, und wir verschaffen dir endlich wieder einmal Publicity.

Hans Peter Martin hat den Delegationsleiter der österreichischen Sozialdemokraten im EU-Parlament nicht ans Krone-Messer geliefert. Und auch alle anderen Wiener Jounalisten, die hofften, er würde seine offene Rechnung mit der SPÖ in ihrem Blatt begleichen, wurden enttäuscht.

Dabei wurde der Europaabgeordnete im vergangenen Jahr mit medialer Beachtung nicht gerade verwöhnt: Seit Juli 1999 wurde Martin vom Standard 25-mal, von der Presse 18-mal genannt - oft aber nur als Beispiel für glücklose Quereinsteiger.

Anfang April 1999 zauberten SPÖ-Chef Viktor Klima und sein Spin-Doctor Andreas Rudas den Spiegel- und Bestsellerautor Martin als Spitzenkandidaten für die EU-Wahl aus dem Hut - nachdem sich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige