Mediensplitter

Medien | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Freie Radios Offenbar ist Kunststaatssekretär Franz Morak nicht gewillt, die Freien Radios länger aus dem Kulturbudget zu finanzieren. Stattdessen hat er das "Angebot" eines "Ausstiegsszenarios" gemacht, was - so Christian Jungwirth, Geschäftsführer des Dachverbandes der Freien Radios- nicht viel mehr als einen Euphemismus für den freiwilligen Verzicht auf Kulturförderung darstellt. Darauf wollen sich die Freien Radios aber auf keinen Fall einlassen: Fällt das Geld vom Bund aus, würden nämlich auch Länder und Gemeinden ihre Subventionen einstellen. Zurzeit stehen zwei Radios vor dem Insolvenzverfahren. Jungwirth sieht dahinter Kalkül und "den medienpolitischen Willen, dass wir kurz gehalten werden".

Medienbehörde Nun kommt sie doch: die Medienbehörde.Staatssekretär Morak gab Anfang dieser Wochebekannt, die Behördewerde sich in die Bereiche elektronische Medien (TV und Radio), Infrastruktur (bisher Telecom Control) und Wettbewerb und Content (hier soll es, Obacht!, um Medienkonzentration gehen) gliedern. Es werde amerikanischen und europäischen Entwicklungen entsprochen, wo Technik und Inhalt organisatorisch getrennt würden. Insgesamt stehe die Behörde im Zeichen der Konvergenz und sollte deshalb eigentlich "Konvergenzbehörde" heißen, sagte Morak.

Blue Brother heißt eine Postkarte, mit der sich die der SPÖ nahe stehende "Initiative 8" zurückmeldet, nach "einer ausgedehnten Siesta". Die Initiative 8 ist eine der wenigen humorfähigen politischen Organisationen und macht immer wieder mit tatsächlich lustigen medialen Interventionen von sich reden - auch wenn die Sozialdemokraten gerade nichts zu lachen haben. "Blue Brother" spielt jedenfalls auf Big Brother an und schlägtRegierungsmitglieder zur Abwahl vor.Unter der Adresse www.initiative8.at empfängt einen derweil freilich nur die Zeile: "Wir gehen in Kürze online!" Immerhin steht sie auf rosa Grund.


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