Jugoslawien: Gewalt und Zensur

Medien | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Ja, es gibt noch Leben außerhalb des Containers. Nein, Slobodan ist keine Popfigur und auch kein Nachfolgekandidat für Zlatko. Tatsächlich, Jugoslawien existiert noch.

Letzte Woche übernahm die jugoslawische Regierung die Kontrolle über den Radiosender B2-92, den Studentensender Radio Index, die Fernsehstation Studio B und die Zeitung Blic; ein weiterer Sender in Pancerevo wurde gesperrt. Bei den darauf folgenden Demonstrationen der Opposition wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei mindestens 150 Menschen verletzt, mindestens 30 von ihnen schwer, Hunderte wurden festgenommen.

Staatspräsident Milosevic' hatte daraufhin angekündigt, Jugoslawien "gegen die in- und ausländischen Feinde zu verteidigen", die es auf eine Spaltung des Landes abgesehen hätten. Oppositionsführer Vuk Draskovic' schrieb die Schließung von B2-92 dem Einfluss des Ultranationalisten Seselj zu. Mittlerweile senden Radio B2-92 und auch einige der besetzten TV-Stationenteilweise über Satellit und Internet. Weitere Demonstrationen gegen die Medienzensur sind geplant.Informationen und Programm finden sich auf der Homepage von Radio B2- 92: www.freeb92.org


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