Presseschau

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Die Presseschau zu schreiben ist nicht leicht, zumal Günter Traxler meist schon die beste Mischung in seinem Blattsalat im Standard angemacht hat. Und so geschliffen formuliert, dass man sich geniert, denselben Enten nachzujagen. Diese Woche widmet er sich aber netterweise nur einem Thema: "Dass in der Redaktion der Presse nur noch mit ,Heil Unterberger' gegrüßt werden darf", der Satz geht noch weiter: "ist natürlich nicht wahr." Ui, da freut sich die Konkurrenz, wenn das andere Qualitätsblatt ein Inserat von Rechtsextremen abdruckt. Die Entschuldigung der Presse lässt Traxler nicht gelten: "Es ist ja nur, weil es seinerzeit, wenn irgendetwas schief gelaufen ist, immer geheißen hat: ,Wenn das der Führer wüsste!' Und nun werden wir in der Presse immer häufiger mit dem Stoßseufzer konfrontiert: ,Wenn das der Chefredakteur gewusst hätte!'" Dabei konnte der diesmal wahrscheinlich wirklich nichts dafür - er war auf Urlaub. Während Traxler also die Presse haut, bleibt für uns wenigstens der dümmste News-Titel der Woche übrig: "Cezanne lässt sich scheiden".


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