Kommentar: Habermas, Sloterdijk und Zlatko

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Selbst für rabiate TV-Abstinenzler ist es derzeit unmöglich, keine Meinung zu Zlatko zu haben - und sei es die mit medienkritischer Verve vorgetragene Meinung, man habe zu Zlatko keine Meinung. Jeder hat! Wo sich epistemologisch hausbackene Gemüter darüber unterhalten, wie Sladdie - als Mensch - denn nun wirklich so sei, ist "Zlatko" auf dem besten Weg zur kritischen Supermetapher. Im Standard-Interview bezeichnete der deutsche Regisseur Leander Haußmann erst unlängst Jörg Haider als "auch nur so eine Art Zlatko" (Makedonier? Automechaniker?), und im Falter (20/00) machte sich der Schriftsteller Norbert Niemann Gedanken darüber, wie Autoren reagieren sollen, wenn sie "in diesem Spiel zu Zlatkos werden". Und schließlich ist es kein Geheimnis, dass den Hegemoniekampf der Suhrkamp-Philosophen für sich entscheiden wird, wer als erstes seine Zlatko-Theorie auf den Markt bringt: Jürgen Habermas oder Peter Sloterdijk.

Zlatko ist zu einem Synonym für Zeitgenossenschaft geworden, und


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige