Leonardo im Popzeitalter/Ausstellungskritik: Von Mengele bis Blitzkrieg

Kultur | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Bruce Maus Bestreben, vom "Produzenten zum Autor" (Eye) zu avancieren und über den eigenen Tellerrand zu blicken, ist ungebrochen. In einem Ausstellungsprogramm für einen deutschen Stromanbieter stellte er seinen Willen, sich in die Materie zu vertiefen, ebenso unter Beweis wie nun bei der "Stress"-Ausstellung, die die Wiener Festwochen gemeinsam mit Im Puls Tanz produzieren.Die Festwochendirektorin Hortensia Völkers lieferte bereits letztes Jahr mit den "Wahlverwandtschaften" ein Lehrstück zur Rhetorik von Interdisziplinarität. Heuer lud sie mit Bruce Mau und Andre Lepecki zwei Herren ins Haus, denen es gelingt, die Hohlheit dieser Rhetorik materialintensiv unter Beweis zu stellen.

Da gibt es zunächst einmal einen Parcours von Objekten. Ein Bankomat ist zu sehen und eine Riesenmenge an die Wand gepappter chinesischer Packerlsuppen. Ein Mazda und ein Fiat stellen einen Unfall nach. Wie mysteriös: Ein Halogenstrahler wirft die Silhouette einer Pistole, Marke Walter PPK, an die Wand.


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