Zimmer mit Ausblick

Festwochen. Acht Künstler aus dem Osten laden ins "Hotel Europa", wo sich polnische Engel, verstörte Flüchtlinge und raue Theaterhandschriften einquartiert haben.

Petra Rathmanner | Kultur | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Ein junger Mann aus Slowenien ist gerade angekommen und will unerkannt bleiben. Der mazedonische Professor ist schon länger da, will sich aber eigentlich nur noch umbringen. Und ein junges Paar aus der russischen Provinz vermurkst seine Hochzeitsnacht vor aller Augen und möchte am liebsten gleich wieder weg. Im nicht besonders gastfreundlichen Hotel Europa begegnet man lauter zerstörten Biografien. Engel aus Polen sind auch da, litauische Opernsängerinnen haben sich im Badezimmer verkrochen, und es sind noch Zimmer frei. Aber Vorsicht: In manchen Zimmern haben sich Geister versteckt, andere stehen Kopf. Ein Fest wird gefeiert, und der Gastgeber, ein neureicher rumänischer Unternehmer, kommt bei einem Attentat beinahe ums Leben. Auf den ersten Blick ist dieses Hotel ziemlich heruntergekommen. Ein zweiter Blick lohnt sich: Vielleicht sieht so das neue europäische Theater aus.

Die Festwochen-Koproduktion "Hotel Europa" im Meidlinger Kabelwerk basiert auf einem Stück des mazedonischen

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