Festwochen-Kritik: Spermien auf Kreuzzug

W.Kralicek/C.Fastner | Kultur | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Treffen sich vier Theaterbesucher im Festwochen-Cafe in den Sofiensälen und unterhalten sich über die Vorstellung, die sie gerade gesehen haben. Der Erste fand es langweilig, der Zweite mysteriös, aber faszinierend. Der Dritte lobte das Licht, und der Vierte war von der Sängerin bezaubert. Ein "Argument" gibt das andere, und es dauert mindestens fünf Minuten, bis einer der Besucher bemerkt, dass er die ganze Zeit von einer anderen Vorstellung gesprochen hat: Er hatte das Minimal-Drama "House" von Richard Maxwell gesehen, während die anderen von der Societas Raffaello Sanzio (die in einem anderen Saal gastierte) verwirrt waren.

Das Gespräch (an dem auch der Falter-Kritiker beteiligt war) ist insofern ein besonders schönes Beispiel für vollkommen absurde Kommunikationsprobleme, als zwar beide Aufführungen die herkömmliche Theaterpraxis unterlaufen, das aber auf denkbar unterschiedliche Weise tun. Der Amerikaner Maxwell attackiert das Theater, indem er auf alles verzichtet, was es

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