Dramolett: Die Wiener Festwochen in Zeiten des Sparpakets

Antonio Fian | Kultur | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

(Wiener Festwochen. Ein mittlerer Saal, voll. Auf der Bühne, an einem Lesetischchen, Georg Danzer. Das Licht geht aus. Georg Danzer schaltet die Leselampe ein. Das Publikum beginnt zu schweigen.)

Danzer: Ich lese aus "Ein Held in Schwarzblau", meinem jüngsten Geniestreich. (Er setzt eine Lesebrille auf und beginnt zu lesen:) "Als er am 23. Jänner 1993 auf dem Heldenplatz -" Stimme aus dem Publikum: Tötet Schüssel!

Luc Bondy (aus dem Publikum): Nicht jetzt, Schlingensief!

Schlingensief: Tötet Bondy!

Bondy: Küsch!

(Kurze Pause.)

Danzer (beginnt wieder zu lesen): "Als er am 23. Jänner 1993 auf der Bühne auf dem Heldenplatz das Lied vom ,alten Wessely' gesungen hatte, hatte er schon ähnlich gedacht wie jetzt: ,Ich bin Künstler und ich habe eine für mich ganz klar und deutlich definierte Funktion in der Gesellschaft.' Künstler, auf welchem Gebiet immer sie tätig sein mochten, waren so etwas Ähnliches wie Antennen, die Signale empfingen, transformierten und wieder aussandten.

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