Punker mit Pantoffelzwang

Musik. XTC, die großen vergessenen Pedanten des britischen Pop, feiern mit ihrem dritten Album in zwei Jahren eine wohlverdiente Renaissance.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Entschuldigung, aber da schien sich ein Unfall abzuzeichnen", sagt Andy Partridge und rückt das Teehäferl des Interviewers, der selbiges mit ausladenden Gesten umzustoßen drohte, weiter in die Mitte des Couchtischchens. Gar nicht vorstellbar, wie betroffen Partridge gewesen wäre, hätte der Journalist seinen Tee tatsächlich auf dem sauberen Spannteppich verschüttet.

Das Reihenhaus des hauptsächlichen Songwriters von XTC, gelegen in einer unauffälligen Seitenstraße der Kleinstadt Swindon, anderthalb Autobahnstunden westlich von London, ist alles andere als kompatibel mit den dekadenten Ausschweifungen und Teeflecken verursachenden Leichtfertigkeiten des Pop-Business. Wie ein Blick auf Partridges Füße bestätigt, herrscht hier üblicherweise Pantoffelzwang. Neben dem Kamin steht ein sauber gebasteltes Burgmodell samt zugehörigen Rittermännchen - vielleicht das Werk von Partridges Sohn, der kurz an der Wohnzimmertür vorbeihuscht und beängstigenderweise aussieht wie sein Vater


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