Reden wir über Erfolg/"Thomas Chatterton": Romulaner in der Volksoper

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

Romulaner - das sind die bösen Verwandten der Vulkanier aus Raumschiff Enterprise: mit spitzen Ohren, engen Hosen, Prinz-Eisenherz-Frisur und diesem dauerirritierten Blick, wenn sie, strenge Logiker, auf menschliche Leidenschaften treffen. Bei der Premiere von Matthias Pintschers Oper "Thomas Chatterton" zeigte die Volksoper Wien nicht nur einige sehr romulanerartige Figuren, sondern demonstrierte vor allem erstmals, was sie - gemäß der von Direktor Dominique Mentha ausgegebenen Parole der "Verjüngung" - bieten kann: großes, zeitgenössisches Musiktheater auf erstklassigem Niveau.

Sicherlich ist "Thomas Chatterton" kein Werk radikalen, experimentierfreudigen Neuerungswillens. Pintscher setzt voll auf die konventionelle große Form, ohne jedoch dabei konservativ zu sein. Ohne Skrupel und dogmatische Einschränkungen bedient er sich der musikalischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts und verbindet sie zu einer eigenständigen, eindringlichen und hochexpressiven Sprache. Musik, die gleichzeitig


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