Aufgeblättert

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 21/00 vom 24.05.2000

In den letzten Jahren war das Nachdenken über die Wissenschaften von den so genannten "Science Wars" überschattet - einem eher entbehrlichen Streit zwischen einigen Natur- und Kulturwissenschaftlern, u.a. über die Geltung ihrer jeweiligen Erkenntnisse. Bereits zuvor, im Jahr 1993, veröffentlichte Gerald Holton einen Band mit Aufsätzen, die diese Polemiken mitprägten. Der Harvard-Wissenschaftshistoriker schrieb über den Einfluss Ernst Machs in den USA oder die Rhetorik Einsteins und ging im titelgebenden Aufsatz "Wissenschaft und Anti-Wissenschaft" auch kritisch auf die "Delegitimatoren" der Naturwissenschaft ein: auf die feministische Wissenschaftstheorie ebenso wie New-Age-Denker und postmoderne Wissenschaftsbeobachter. Damals war das zumindest zeitgeistig; heute mutet es etwas überholt an.

Aktueller ist da schon der US-amerikanische Mathematiker John L. Casti, der sein Buch gleich mit der Sokal-Affäre, der bekanntesten Schlacht der Sciene Wars beginnt. Ansonsten geht "Paradigms

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