Blick von außen

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Sanktionen: Europa sieht uns stolz von innen. Wir aber kommentieren uns demütig von außen.

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

"Die Toleranz ist die Grundlage jeder Gesellschaft. Daher müssen wir auf Parteien reagieren, die negative Gefühle transportieren. Aus diesem Grund haben die 14 EU-Staaten die Sanktionen verhängt." So sprach, wie mannigfach berichtet, der portugiesische Regierungschef und EU-Ratspräsident Antonio Guterres am Samstag auf einem Parteikongress der niederländischen Sozialisten in Rotterdam. Er fügte hinzu, deshalb sei er "stolz" auf die Sanktionen der vierzehn gegen die derzeitige österreichische Regierung. Guterres fügte hinzu, die Maßnahmen seien mit jedem einzelnen EU-Mitglied abgesprochen, und nur bei einem entsprechenden Konsens unter den 14 Staaten könne daran etwas geändert werden.

Erstens entnehmen wir dieser Botschaft, dass die Maßnahmen der vierzehn weniger bilateral waren, als diese gemeinhin tun. Das bilaterale Gerede brauchte man ohnehin nicht ernst zu nehmen. Es wird aber immer deutlicher, dass Österreich tatsächlich nicht mehr, wie hier wahrgenommen, als Unschuldslamm


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