Indischer Haider

AUSLAND Die politische Realität Indiens ähnelt der österreichischen Innenpolitik.

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Die langjährige Regierungspartei tut sich sichtlich schwer mit der neuen Rolle als Opposition. Zweimal hatte sie im vergangenen Jahrzehnt versucht, den Griff des nationalistischen Parteienkartells zur Macht zu verhindern. Vergeblich. Nach einer turbulenten ersten Amtszeit mit nationalistischen Exzessen im Inneren und gefährlichen Spannungen nach außen hat der Chef der rechtskonservativen Regierung in der zweiten Regierungsperiode derart an Glaubwürdigkeit gewonnen, dass ein Machtwechsel in unmittelbarer Zukunft unwahrscheinlich scheint. Die Medien schließen einen Zerfall der nun völlig orientierungslosen großen Oppositionspartei nicht mehr aus.

Was wie ein Wachtraum des österreichischen Bundeskanzlers aussieht, ist die politische Realität des fernen Indiens. So ähnlich erscheint die Dynamik des Wechsels von der laizistischen Kongresspartei zur jetzt regierenden indischen Volkspartei - BJP - im nunmehrigen Eine-Milliarde-Einwohner-Land Indien den Turbulenzen der heimischen Innenpolitik,


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