Standpunkt: Arbeiten lassen!

Politik | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Viel Lob kassierte Innenminister Ernst Strasser, als er ankündigte, allen legalen Ausländern Arbeitsgenehmigungen auszustellen. Seither sind fünf Wochen vergangen, wir haben von Strassers Initiative nichts mehr gehört. Dafür will die Regierung heuer 15.000 statt bisher 5000 Saisonniers aus dem Ausland für Fremdenverkehr und Erntehilfe importieren. Um einen großen Bereich der Schwarzarbeit zu legalisieren, sagt ÖVP-Klubobmann Andreas Khol. Auf der einen Seite 60.000 Ausländer, die mangels Arbeitsbewilligung keinen Finger rühren dürfen, auf der anderen Seite 15.000 Arbeitskräfte, die nur für ein paar Monate ins Land geholt werden. Wie passt das zusammen? Natürlich wäre es Unsinn, Arbeitssuchende in Österreich eins zu eins gegen den Bedarf an Saisonkräften aufzurechnen. Bestimmt gibt es aber genügend zur Untätigkeit verdammte Ausländer, die gerne etwas verdienen würden. Schwarzarbeit könnte man effektiv bekämpfen: Lassen Sie jene arbeiten, Herr Khol, die ohne Arbeitsgenehmigung derzeit in den Pfusch getrieben werden. Allerdings könnte man mit denen dann nicht so umspringen wie mit Saisonniers. Die Ausländer hätten im Falle des Falles Anspruch auf Arbeitslosengeld und würden die ach so eindrucksvolle Beschäftigungsstatistik verschandeln. Und das kann die Regierung ja nicht wollen. G. J.


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