"Wie ein Klassenkasperl"

Haider-Forschung. Der Sozialpsychologe Klaus Ottomeyer über Österreichs Paranoia, Haiders Rächersyndrom und den sektoiden Zusammenhalt in der FPÖ.

Politik | Armin Thurnher und Nina Weissensteiner | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Als Robin Hood" appelliert Jörg Haider an die Rachegefühle der kleinen Leute. "Als Sportler und Naturbursch" schafft er "wieder klare Männer und Frauenrollen". "Als Bierzelt-Sozi, den man duzen darf", verspricht er die Überwindung der Klassengesellschaft. Dahinter stecke aber eine weitere Figur, schreibt der Sozialpsychologe Klaus Ottomeyer in seinem diese Woche erscheinenden Buch "Die Haider-Show": der verfolgungsbereite "Rechtsextreme, der seinen Auftrag von der Kriegsgeneration bezieht und Alt-Nazis rehabilitieren will".

Der Falter bat den Professor, der an der Klagenfurter Uni lehrt, zur Analyse der jüngsten Strategien des einfachen Parteimitglieds in Kärnten. Als Experte für Psychopolitik hat Klaus Ottomeyer bereits mehrere Bücher ("Jörg Haider und sein Publikum") und Aufsätze über den Kärntner Landeshauptmann publiziert.

Falter: Herr Ottomeyer, welche Maske hat sich Haider gerade aufgesetzt?

Klaus Ottomeyer: Er tritt als eine Figur in den Vordergrund, die sich rächen will.


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