Ende einer Dienstfahrt

Film. Abbas Kiarostamis Film "Der Wind wird uns tragen" zeigt, dass Kommunikation auch in Zeiten des Handys keine rein technologische Frage ist.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Wie kommt man von A nach B, und warum? Das Ende einer Fahrt markiert den Beginn einer Geschichte, die getreu dem Credo ihres Autors Abstände, leere Räume und Lücken zulässt. "Der Wind wird uns tragen" (der Titel ist einem Gedicht der Dichterin Forough Farrokhzad entnommen, die 1967 bei einem Autounfall ums Leben kam) erzählt nicht von einer Suche wie viele andere Filme des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami. Er verfolgt kein konkretes Ziel (wie beispielsweise "The Traveller") und er entfaltet sich nicht um eine Rekonstruktion (wie etwa "Close-Up"), sondern er kreist vor allem ums Warten: Ein Journalist (Behzad Dourani) ist mit seinem kleinen Team in ein abgelegenes Dorf gereist, um ein Ereignis zu dokumentieren, dessen Eintritt zwar - so die Annahme - kurz bevorsteht, aber dennoch einer eigenen Zeitlichkeit folgt.

Es gibt also ein "Geheimnis", weil nie ganz konkret ausgesprochen wird, weshalb sich die Fremden aus Teheran nun wirklich in das kurdische Dorf begeben haben. Aber dieser


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