Spielplan

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Keine Freiheit mehr, nur schlampige Unfreiheit, die allerdings viele Schlupflöcher offen ließ. Die wollte ich nicht benützen." Hilde Spiel ist 1936 ins Exil nach England gegangen. Anfang der Achtzigerjahre denkt sie in ihrem Drehbuch "Anna und Anna" die Situation neu durch. Sie splittet ein Leben in zwei Möglichkeiten auf, die parallel gezeigt werden: Anna 1 geht nach London, Anna 2 bleibt in Wien. Mit dem liegen gebliebenen Filmprojekt hat Claus Peymann 1988 erfolgreich das Vestibül eröffnet. "Anna und Anna", das beweist die Inszenierung im Scala, ist auch heute noch ein interessanter Stoff, der exemplarisch Verhaltensweisen (vor allem Arten der Anpassung und des Widerstands im Kleinen) vorführt, ohne Urteile zu fällen. Bruno Max' sehr filmische Inszenierung funktioniert gut, hängt über die Strecke von drei Stunden aber öfter mal durch. Denn letztendlich ist die Geschichte doch sehr berechenbar. Was die Aufführung leider ein wenig auf Schultheaterniveau herunterzieht, ist die


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