Sensen, Gräber & Empörte

Musik. Wildererkult und Satellitenschüssel: Mit seiner Gruppe Franui berichtet Andreas Schett von den Widersprüchlichkeiten des Osttiroler Alltags und dem Witz von Trauermärschen. Demnächst auch live in Wien.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Kennen Sie Innervillgraten? Das 1000-Einwohner-Dorf im Villgratental, einem entlegenen Osttiroler "Neben-Nebental", gleich hinter Außervillgraten und vor der Grenze zu Südtirol? Auf dem Friedhof von Innervillgraten gibt es eine Kriegergedächtniskapelle, und auf deren Mauer findet sich ein weißer Grabstein mit folgender Inschrift unter dem Konterfei des Toten: "Ich wurde am 8. September 1982 in Kalkstein von zwei Jägern aus der Nachbarschaft kaltblütig und gezielt beschossen und vom 8. Schuss tödlich in den Hinterkopf getroffen." Noch heute pilgern jährlich mehrere Busladungen von Touristen zu dieser Grabstätte von Pius Walder, des letzten erschossenen Wilderers in Österreich.

Doch Innervillgraten bietet nicht nur romantischen Wildererstoff für moderne Legenden. Andreas Schett und seine Gruppe Franui leben praktisch ausschließlich von der musikalischen Verarbeitung des Alltags in ihrem Heimatort. Mit neuer Volxmusik a la Hubert von Goisern und Co. hat das allerdings nichts zu


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