Ohne Spinat kein Pudding

Musik. Die Britpop-Abgötter Oasis werden ihren ersten Wiener Auftritt in ersatzgeschwächter Besetzung spielen. Bandleader und Songwriter Noel Gallagher ist sich für den Rest Europas offenbar zu gut.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Vor anderthalb Wochen saß Marcus Russell, Manager der trotz aller Rückschläge immer noch größten zeitgenössischen britischen Rockband Oasis, bei Nüsschen und Wein in einer kleinen Bar in Camden und unterhielt die Runde mit Weisheiten über die Musikindustrie: "Dieses Geschäft funktioniert genauso wie das verdammte Filmbusiness: Es geht ausschließlich darum, wie die Dinge nach außen hin erscheinen. Das ist alles, was zählt." Wie Recht er damit hatte, zeigt sich derzeit auf eine Weise, die ihm allerdings nicht gefallen wird. Denn vor den Augen der Weltpresse droht die improvisierte Seifenoper Oasis zur unfreiwilligen Farce zu degenerieren. Um kurz bei Russells Analogie zu bleiben: Hollywoods Regelbuch zufolge steht und fällt ein guter Film mit seinem Ende, und bei Rockbands ist das tatsächlich genauso. Nur ist das richtige Timing schwer kalkulierbar, wenn die Protagonisten selbst das Drehbuch schreiben.

Noel Gallagher, der unumstrittene Bandleader von Oasis, ist ein bekennender


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