Nüchtern betrachtet: Die Schattenseiten von Barbesuchen

Kultur | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Eigentlich gehe ich nicht in Bars. Außer wenn Kralicek und ich einen besonders üblen Montag hatten. Wir ordern irgendwas ohne Blue Curacao, starren in das fischlose Aquarium über der Theke und einigen uns schnell darauf, dass alles ein riesiger Irrtum ist. Dann füllt der Barkeeper die Erdnussschälchen nach. Als ich einmal in einem Mailänder Hotel einen Whisky Sour bestellte (besteht im Wesentlichen aus Whisky - oder Whiskey? - und was Saurem, was meiner Meinung nach noch das Beste ist, was man mit dem Zeug anstellen kann), verschwand der Hotelbarbetreuer für fünf Minuten, offenbar um in seinem Cocktailhandbuch nachzusehen. Ich fühlte mich sehr weltmännisch. Neben mir saß eine mondäne Frau, die hatte Haare schwarz wie Ebenholz, einen Mund rot wie Lippenstift und war schön wie die sieben Zwerge.

Durch eine kleine pantomimische Aufführung, die der Dame sichtlich gefiel, gab ich ihr zu verstehen, dass ich gerne mit ihr auf ein Zimmer mit Bett und ohne Hotelbarbetreuer verschwinden


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