Stadtrand: Biiiitte: pssst!

Stadtleben | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

Pssst. Sommer: Von Stund an sind die Fenster offen, die Bewohner nehmen Witterung auf: bullige Hitze, Dolce Vita, umschmuste Zeit. Vier Fenster zum Hof sind es. Alle sperrangelweit geöffnet. Lauschen: Die hutzelige alte Frau führt lautstark Sohnemann-Telefongespräche, nach dem Essensgeschirrgeklimper der Familie kann man die Uhr stellen, das junge Paar erlebt tagein, tagaus sommerlich bedingte Leidenschaft. Und dann erst des Nächtens, die Ohren werden hitzig. Lauschen! Also: Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. Das ist dann schiere Lautstärke, das ist dann zum Bersten angespannter Sommer. Also, das ist laut für lau ... Da ist noch das vierte Fenster. Die so genannte dunkle Höhle. Wo einem gar nichts mehr einfällt. Außer: mit steinerner Miene im Bett liegen, tarantelmäßig aufgestachelt sein, Mord-und-Totschlag-Denken und the Sound of Schnarch hören. Der wunderlicherweise verheiratete Terrorist schnarcht und zersägt jede Nacht: Jeden Morgen muss das Haus aus den glattest polierten (er ist ein pedantischer Schnarcher) Backsteinziegeln wieder aufgebaut werden, hier sind jede Nacht Metallica, Iron Maiden und die Beastie Boys auf Tournee.

Sommer, Ach und Weh, bitte kein Rumtata: biiiitte: pssst! Wo. P.


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