Tier der Woche: Taubenkobel

"Einem Ingeniör ist nichts zu schwör." Daniel Düsentrieb


Peter Iwaniewicz
Stadtleben | aus FALTER 22/00 vom 31.05.2000

In meiner Hitparade kindlicher Wunschorte rangierte das Wiener Technische Museum ganz weit oben. Da gab es ein Bergwerk zu besichtigen, rätselhafte Maschinen konnten noch vor Erfindung des Wortes "Interaktivität" in Bewegung gesetzt werden, zu Weihnachten gab es eine Modelleisenbahnausstellung und in der gut zwanzig Meter hohen Kuppel hingen historische Flugzeugmodelle. In einer dieser filigranen Konstruktionen mit seltsam geformten Flügeln saß ein Pilot, den ich als Sechsjähriger für einen echten und - angesichts seines abgehobenen Arbeitsplatzes - extrem furchtlosen Menschen hielt. "Die Etrich-Taube", sagte mein Vater dann mit besonderem Pathos, der dieses Glanzlicht österreichischer Ingenieurskunst unterstreichen sollte. In der Tat, noch 1906 vergeudeten die meisten Flugpioniere ihre Zeit mit kuriosen Konstruktionen und vertrauten mehr auf Glück statt auf wissenschaftliche Prinzipien. Man orientierte sich am Schwingenschlag der Vögel und baute, wie der Franzose Clement Ader,

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