Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Es sind dann seltsamerweise immer die Stachanowisten, die sich fürs Nichtstun stark machen. Klaus Taschwer zum Beispiel, der ohnehin schwer mit der nächsten Heureka!-Ausgabe beschäftigt ist, aber vorher schnell noch einen kleinen Artikel über ein durchgeknalltes japanisches Orchester schreiben muss und dann noch einen Kommentar aufgepelzt bekommt, nichtsdestotrotz aber nebenher ein Dutzend bibliografischer Hinweisein Sachen Nichtstun fallen lässt. Genaueres zu diesem gerade in letzter Zeit arg vernachlässigten Thema erfahren Sie auf Seite 18. Die Geschichte wäre so nicht erschienen, hätte Koautor Matthias Dusini seinen Kurzurlaub nicht kurzfristig verschoben.

Während Wolfgang Kralicek - in dieser Nummer mit einem Porträt des kontroversiellen Künstlers Christoph Schlingensief zu finden - entnervt einen Kuraufenthalt abbrach ("ein Riesenirrtum!"), hängt Urlaubskönig Gerald John irgendwo am Balkan ab und lässt die Politikredaktion Politikredaktion sein. Die schafft es zur Not aber eh auch ohne ihn und bleibt zudem von dem Krach verschont, der entsteht, wenn John in seine reschen Montagswurstsemmerln beißt. Florian Klenk, ein großer Freund von Butterkipferln, Croissants und Golatschen, deckte die jüngsten Polizei- und Justizskandale auf. Das ist einerseits fast schon business as usual, andererseits überbietet die Affäre um die Erschießung von Imre B. alles bislang Dagewesene: Ein Polizist erschießt einen unbewaffneten Mann und vernimmt danach selbst die Tatzeugen!

Auch das bestens eingespielte Duo Eva Weissenberger und Nina Weißensteiner hat eine harte Woche hinter sich, hatte es sich doch die Frage gestellt, ob FP-Klubobmann Peter Westenthaler mit seiner Rolle als Haudrauf der österreichischen Innenpolitik identisch ist oder ob sich dahinter noch ein anderer verbirgt. Das Ergebnis des im zweiten Anlauf zustande gekommenen Interviews und begleitender Recherchen findet sich auf Seite 8. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Hochsommer zerschlagen werden muss.


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