Selfman hat Spaß

Kommentar. Heute reicht es nicht mehr, erfolgreich und schön zu sein. Man muss dabei auch noch glücklich werden.

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

"Struuunz!", möchte ich ausrufen wie weiland der schwer geprüfte Bayern-Trainer Giovanni Trapatoni. "Struuunz!" Auch Peter Westenthaler trainiert nach der Strunz-Methode (siehe Seite 8). Damit ist dem historischen Materialisten genug gesagt. Zwar kann man den Erfolg des Verjüngungsprogramms an dem 32-jährigen freiheitlichen Klubchef, den die Politik innerhalb weniger Jahre vom Bürscherl zum feisten Herren geformt hat, noch nicht ablesen, aber er wird sich schon noch einstellen.

Irgendetwas stimmt jedenfalls nicht mit einer Gesellschaft, in der Ulrich Strunz, ein wasserstoffblonder 56-Jähriger mit der Aura eines völlig fettfreien Stücks Geselchten und einem eingekrampften Dauerlächeln, das nur noch von dem der Außenministern überboten wird, die stressgeplagte Zeitgenossenschaft zum Dauerlaufen und Glücklichsein anleitet.

"Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer tut das", meinte Friedrich Nietzsche. Ich fürchte, Nietzsche, der jetzt auch schon bald wieder 100 Jahre


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige