Drei Denkfehler

Polizeiwillkür. Es gibt systemimmanente Gründe, warum selbst brave Familienväter in Uniform ausrasten können

Vorwort | Marco Smoliner | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Planquadrat: Ein Autofahrer fährt auf den Polizisten zu und verfehlt den weghechtenden Beamten nur um Millimeter. Was steckt dahinter? Ein Teenager ohne Führerschein? Ein Betrunkener? Ein Autodieb, der den Tod eines Polizisten in Kauf nimmt? Oder gar ein Terrorist, der den Uniformierten bewusst überrollen wollte? Verfolgen und in den Reifen schießen? Nachschießen? Bei Tempo 120 abdrängen? Unbeteiligte gefährden?

Szenewechsel: 150 wütende Kurden protestieren in Sprechchören vor der türkischen Botschaft. Dahinter eine Baustelle. Bleibt alles friedlich? Holen die Leute Steine und attackieren die Botschaft? Wird die Sache eskalierenm wenn die gepanzerten, behelmten WEGA-Männer die Menge gewaltsam auf die andere Straßenseite drängen? Wird es Verletzte geben? Oder versucht man es über das Gespräch? Helm und Schild im Auto lassen und sanft zurückdrängen? Was, wenn auf die ungeschützten Polizisten Steine fliegen?

Wann immer die Polizei repressiv einschreitet, hat sie eine Gratwanderung


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