Aus der Froschperspektive

Porträt. Peter Westenthaler hat eine Metamorphose durchgemacht: Vom rauen Generalsekretär zum scheinbar gemäßigten Klubchef der FPÖ. Kann aus einem Rabiat-Rhetoriker tatsächlich ein feingeschliffener Regierungspolitiker werden?

Politik | Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Böser bin", versichert Peter Westenthaler und knetet seinen rechten Ringfinger. Zum Beweis führt der FPÖ-Klubchef dann den Tiergartenbesuch der Regierung vor zwei Wochen an. "Da hat mir der Pechlaner einen blauen Stoff-Frosch geschenkt." Und so wie ein Frosch sei er eigentlich auch, sinniert Peter Westenthaler am Sitzungstisch in seinem Büro. "So harte Schale, weicher Kern eher."

Die politischen Gegner und auch so manche Parteikollegen des FPÖ-Klubchefs würden die blaue Amphibie vielleicht ein bisschen anders charakterisieren. Was hat sich also der Schönbrunner Zoodirektor bei seinem Präsent gedacht? Dem blitzblauen Stoff-Frosch war nämlich auch ein kleiner Zettel angeheftet. "Südamerikanischer Pfeilgiftfrosch", stand da drauf geschrieben, "in seinem Verhalten lassen sich Parallelitäten zu Parlamentariern finden: Solange diese Frösche in freier Wildbahn sind, sind sie sehr giftig. Kommen sie ins Terrarium, in einen geschützten Raum, geht


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