Wie man einen Krieg verkauft

Kosovo. Die NATO überließ beim Jugoslawien-Krieg auch PR-technisch nichts dem Zufall. Europäische und amerikanische Medien wurden von einem Heer von Marketingspezialisten geschickt manipuliert.

Werner Pöschko | Medien | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

In den Morgenstunden des 23. April 1999 zerstörte die NATO das Gebäude des serbischen Rundfunks in Belgrad. 15 Menschen starben, 17 wurden verletzt. Die NATO bot vor der Bombardierung einen Kompromiss an: Eine Zerstörung des Senders könne verhindert werden, wenn Belgrad die Ausstrahlung von Programmen ausländischer Stationen oder der NATO selbst zulässt.

Hätte Milosevic' das Angebot angenommen, wären NATO-Propagandaspezialisten kurioserweise auf beiden Seiten der Front beschäftigt gewesen. Denn das Pentagon macht kein Geheimnis daraus, dass während des Kosovo-Krieges Propagandaspezialisten etwa beim Nachrichtensender CNN "ein paar Wochen bei der Nachrichtenproduktion mitgeholfen haben, um den Betrieb kennen zu lernen und ihren Horizont zu erweitern", so der Sprecher Major Thomas Collins vom Informationsdienst der US-Army. "Training with Industry" heißt das Programm. Laut CNN wurde die militärisch-journalistische Kooperation mittlerweile eingestellt. Aussagen des Kommandeurs der

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