Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Fernsehen ist ein Medium, das oft sehr missverstanden wird. Am konsequentesten wird es von denen missverstanden, die sich seiner bedienen. Niemand missversteht Fernsehen gründlicher als die Fernsehmacher selbst. Television ist ein visuelles Medium, seine Botschaften werden über Bilder vermittelt. Diese Erkenntnis hat sich unter den österreichischen Fernsehmachern allerdings noch nicht weit verbreiten können. Als wären die Österreicher eine Nation von Blinden, wird jede hausgemachte Sendung (Werbung nicht ausgenommen) von einem Pandemonium an akustischen Reizen begleitet. Wenn etwa die Lottokugeln spannend durch die Plexiglastonne kullern, muss dazu das große 148-köpfige ORF-Jazzposaunenorchester aufreibende Rhythmen schmettern. Das Originalknirschen der Originalkugeln hielte man am Küniglberg wahrscheinlich für zu billig, denn es gilt: Nur eine totgelärmte Fernsehsekunde ist eine gute Fernsehsekunde.


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