Welt im Zitat

Kultur | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Erstickt im Geheule So wieder einmal beobachtet letztes Wochenende beim GP von Monaco. Der Raum erstickt in nervenzerfetzendem Motorgeheule, und Prüller brüllt unter Totaleinsatz seines Speichels Dinge wie "Eine Via dolorosa!" oder "Wer zuerst in die Kurve sticht, dem gehört die Kurve!"

Wird schon so ähnlich gewesen sein. Aber Hand aufs Herz, Frau Hager: Als die Motoren heulten und der Raum erstickte, lag das profil doch schon längst in der Kolportage.

Flatternd, fuchtelnd, singend (...) bedarf es freilich auch musikalisch so überragender wie geradezu draufgängerisch komödiantischer Protagonisten wie Michael Schade als Tamino und Franz Hawlata als Papageno. Des Ersteren Schrecken vor der aufgestelzt und plump hereinwippenden scheckigen Schlange, des anderen Kette der naiven Irrtümer - man kann sie nur so direkt, fast derb ausspielen, wie Regisseur Marelli es ihnen unter Einsatz von an Schnüren flatternden Papiervogerln, der betulich fuchtelnden und perfekt singenden drei Damen und unter Nutzung aller sich bietenden Details in Text und Handlung anwies.

Unter Nutzung aller sich bietender Partizipia und Adjektiva rezensiert Peter Vujica im Standard die "Zauberflöte".

Es sprechen die Sterne Zweifel gab es viele. Zum Beispiel hatte ich zwei Scheidungen. Aber die Astrologie hat mir gezeigt, dass meine Aufgabe eine andere ist. So die "Starastrologin" Gerda Rogers im Kurier.

Haarscharfe Pointen Dialoge, wie aus der Tennisballmaschine angefeuert, haarscharf auf den Lachkitzler gepointet. Dazu reichlich Romantikschaum vom Instant Dispenser.

Wo der Lachkitzler wohl bei Rudolf John liegen mag?


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