Flanieren in der Fuzo

Entschleunigung. Urbanes Leben, gemeinhin mit Schnelligkeit und Hektik assoziiert, kennt auch verschiedene Formen des Müßiggangs. Eine Ausstellung des Volkskundemuseums befasst sich mit den verschiedenen Formen des "Nichtstuns".

Kultur | Matthias Dusini und Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Was untergründiges Zeitmanagement anbelangt, hat Wien erst unlängst an Weltstädte wie London Anschluss gefunden: Seit kurzem werden den Wartenden auf den Bahnsteigen der U1 die verbleibenden Minuten bis zum Eintreffen des nächsten Zuges auf dem Monitor angezeigt. Schon allein das Wissen um das Ausmaß der Verzögerung verleiht einem das Gefühl, weniger lang warten zu müssen. Und tatsächlich kann man sein Zeitbudget dank dieser Information ja auch effektiver nutzen, weiß man doch jetzt, ob Zeit für Lektüre oder gar schnelle Besorgungen ist oder ob man sich - um Zeitverluste geringer zu halten - besser um verkehrstechnische Alternativen kümmert.

Wer sich die Anfänge des Wiener U-Bahn-Baus vor Augen führt, wird sich der Dialektik großstädtischer Geschwindigkeitspolitik bewusst: Mehr als die Hälfte der U1-Teilstrecke zwischen Reumannplatz und Stephansplatz wird obenerdig von einer Fußgängerzone und Shoppingmeile begleitet. Auch sie ist eine stadtplanerische Pionierleistung


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