"Ich traue mir selber nicht"

Festwochen. Christoph Schlingensief ist wieder in der Stadt: Nach dem "Big Brother"-Prinzip spielt der deutsche Theaterprovokateur eine Woche lang Abschiebung. Was treibt diesen Mann?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Es ist immer dasselbe: Schlingensief kommt nach Wien, und der jeweils diensthabende Politiker erleidet eine Panikattacke. Vor vier Jahren, als er in der Remise "Begnadete Nazis" präsentierte, legte die damalige Kulturstadträtin Ursula Pasterk vorsichtshalber einmal die Subventionen auf Eis; jetzt, bei seinem zweiten Wien-Besuch, hat es der Apothekersohn aus Oberhausen sogar geschafft, einen Keil zwischen die scheinbar so innige Männerfreundschaft von Festwochen-Kodirektor Luc Bondy und Kulturstadtrat Peter Marboe zu treiben: Trotz Bondys Fürsprache distanzierte sich Marboe von dem Schlingensief-Projekt "Bitte liebt Österreich"; es sei ihm "unbegreiflich, dass die Festwochen so etwas machen", ließ der Stadtrat in einem Krone-Interview wissen.

Im Rahmen der "Ersten österreichischen Koalitionswoche" (Untertitel) will Schlingensief nach dem bewährten Prinzip von "Big Brother" Abschiebung spielen: Ein Dutzend Ausländer werden in zwei Container gesperrt, wo sie rund um die Uhr gefilmt


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