4 Troddeln über Sumo-Ring?

Musik. Das 30-köpfige Shibusashirazu Orchestra bietet energiegeladenen Jazz für die Ohren und die verrückteste Bühnenshow seit Sun Ra für die Augen.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Die vier Troddeln über dem Sumo-Ring nicht zu kennen." Das war der erste Übersetzungsvorschlag, den mir ein befragter Japanologe unterbreitete. Weitere Recherchen - auch in Japan - förderten dann noch drei andere Lesarten von "Shibusashirazu" zutage. Wörtlich könnte der Begriff "die Strenge nicht kennen" heißen; eine Japanerin schlug "allem Neuen gegenüber aufgeschlossen" vor. Am ehesten, so meinte der etwas entnervte Japan-Kundige schließlich, dürfte das "Shibuzashirazu" vor dem Orchestra "ohne einen Sinn für kulturelle Raffinesse" bzw. "Kulturbanausen (hinsichtlich traditioneller japanischer Kultur)" bedeuten.

Sei es, wie es sei - bis auf die "Troddel-Version" scheint ohnehin alles recht plausibel. Die Strenge scheinen die Damen und Herren aus Tokio tatsächlich nicht zu kennen, denn auf der Bühne geht es zumeist recht ungezwungen zu, und Dirigent und Bandleader Daisuke Fuwa gibt nur die nötigsten Anweisungen. "Allem Neuen gegenüber aufgeschlossen" muss ein Orchester ohnehin


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