Stadtrand: Fahrradleichen

Stadtleben | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Jetzt hat der Sommer noch gar nicht richtig begonnen, da gibt es bereits die ersten Fahrradleichen: bis auf den Rahmen ausgeschlachtete Ex-Räder, mit schweren Schlössern an Laternenpfählen und Verkehrsschildern angekettet. Bei jedem neuen Fall fragt man sich natürlich, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Hat vielleicht jemand sein altes Radl nicht mehr brauchen können und am Radwegrand ausgesetzt wie ein lästiges Haustier am Autobahnparkplatz auf dem Weg in die Ferien? Sicher nicht - Radler gehören schließlich zu den Guten.

Hat vielleicht jemand vergessen, wo er seinen Drahtesel abgesperrt hat und ihn dreisten Dieben überlassen müssen, die zwar das superteure Schloss nicht knacken konnten, dafür aber alles abmontierten, was nicht niet- und nagelfest war? Schon eher - diese Fahrraddiebe kennen da gar nix!

Oder handelt es sich bei den Fahrradleichen lediglich um einen Fall schusseligen Schlüsselverlierens a la "Wenn schon nicht das Rad, dann nehme ich wenigstens alles übrige mit nach Hause". Auf alle Fälle könnte schon wer damit beginnen, die Fahrradleichen wegzuräumen - wenn möglich noch vor dem Herbst. Geht das nämlich so weiter, werden demnächst die Abstellplätze knapp. C. W.


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