Phettbergs Predigtdienst: Zwinkern und Chatten

Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt ... Aus der Pfingstsequenz, adressiert an den Hl. Geist.

Stadtleben | aus FALTER 23/00 vom 07.06.2000

Meine 4. Artischocke aber barg Gräten. Die mich stachen, als ich sie zu essen versuchte. Sie war aber kein Fisch! Ich schwöre alle Eide, meine Artischocken Nr. 1 bis 3 enthielten keine Gräten. Also tranchierte ich Artischocke Nr. 5 roh wie ein Kind. Und wähne inzwischen die Artischocken als Blumen. Den Pfingstrosen ähnlich, aber wesentlich zäher. Vielleicht mit Löwenzähnen gekreuzte. Nix Pusteblume: Masochisten, die lukrieren! - Also Pusteblume! Autisten tun sich schwer, verpfuschte Autisten am schwersten. Wie prägte das Kind den großen Pfarrer Zaiser, als es das erste Mal im Leben an seiner Hand eine Ente baden sah im See? - Bisher nur schwimmende Fische und spazierende Hunde kennend?: "Schau, schau: Fischwauwau."

Ein Bauernbub vom Land, mit dem Zeit seines Lebens kein Mensch sprach. Allen war es immer zu blöd, mit mir zu reden. Meine Eltern verstarben wortlos, und in Wien war es frisch allen zu blöd. Und den Telefonhörer, um wen zu fragen, wage ich gar nicht in die Hand zu nehmen. Habe ich ihn einmal in der Hand, kostet es gleich 14.000 Schilling offene Telefongebühren. Peter Bäcker sagte einmal über die Menschheit: "Sie redet ja nichts mit sich." Wie kann eine Gesellschaft sich selbst so kappen und ihre einzige Kommunikation, den "Club 2", der sie vielleicht hätte noch retten können? Seither weiß im Land niemand irgendetwas.

Chat mit Hermes Phettberg über seinen Predigtdienst, jeden Dienstag, 21.30 Uhr, auf www.webfreetv.com.


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