Ihre Ehre hieß Treue

Geschichtsunterricht. Nach dem Windholz-Sager outeten sich nicht wenige FPÖ-Politiker als Nichtwisser: Ihnen sei der SS-Leitspruch bis dato nicht geläufig gewesen. Eine Nachhilfe.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Deutscher Junge!", wirbt die Rekrutierungsbroschüre auf Seite 4, "Du weißt, dass Soldat sein (...) die Pflicht jedes Deutschen ist. Jene jungen Deutschen aber, die über ihre Kameraden an Haltung und Charakter hinausragen, wollen mehr als Soldaten sein; sie wollen nicht warten, bis sie eingezogen werden, sie wollen als Freiwillige kämpfen." Und "so", verspricht das Heft seinen interessierten Lesern, "wird auf deinem Koppelschloss der Wahlspruch stehen, den der Führer selbst (...) verliehen hat: ,Meine Ehre heißt Treue!'" Über einem Bild mit entschlossen dreinblickenden Soldaten, deren Bajonette bedrohlich in den Himmel ragen, prangt dieser Spruch in fetten Lettern.

Die Eliteeinheit, für die die Broschüre begeistern sollte, war die grausamste Organisation des NS-Regimes. Die "Schutzstaffel". Ihr Kürzel war: SS.

Samstag, vergangene Woche: "Unsere Ehre heißt Treue!", donnert der frischgebackene Chef der Freiheitlichen in Niederösterreich in den Saal. Die Delegierten hatten Ernest


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