Endstation Sehnsucht

Streik. Während der ÖGB noch zögert, drohen die Eisenbahner mit Streik. Warum spielen ausgerechnet die Bahnbeamten die starken Männer?

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Die ÖBB-Digitalarmbanduhr zeigt 7.30 Uhr. Stefan Rochenbauers Schicht am Simmeringer Zentralverschiebebahnhof ist zu Ende. 13 Stunden lang auf rollende Züge springen. Von rollenden Zügen springen. Mit der Taschenlampe Beschriftungsschilder suchen. 3500 Waggons mit Eisenstangen ver- oder entkuppeln. 13 Stunden quietschende Räder. 13 Stunden Konzentration, "sonst is da Arm weg oder Sie san glei' tot".

Stefan Rockenbauer ist müde. Der 54-Jährige arbeitet seit 32 Jahren bei den Bundesbahnen. Jetzt hat er Angst, dass er nicht schon in drei Jahren in Pension gehen darf, sondern noch bis 59 weiterschuften muss. "I wü nimma draußen umananda kreuch'n", klagt er, "wenns schneibt und regnet."

Bisher gingen Eisenbahner nach 35 Dienstjahren in Pension. Im besten Fall, wenn sie gleich nach der Lehre angefangen hatten, waren sie dann erst 53 Jahre alt. In Zukunft müssen sie eineinhalb Jahre länger auf den Ruhestand warten. Die Pension wird erst 36,5 Jahre nach Dienstantritt bei den ÖBB ausbezahlt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige