Die Helfer der Verfolgten

Historisches Buch. In seinem neuesten Buch analysiert der Wiener Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici, wie einzelne jüdische Funktionäre während der NS-Zeit den Verfolgern zuarbeiteten. Weil sie damit hofften, möglichst viele Menschen zu schützen und zu retten.

Politik | John Bunzl | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Sein Buch kommt zur rechten Zeit. Denn lange galt auch der Umgang der jüdischen Institutionen und Repräsentanten mit dem Verfolgungs- und Vernichtungsprozess während der NS-Zeit als Tabu. Der Wiener Schriftsteller Doron Rabinovici analysiert in seinem neuesten Buch "Instanzen der Ohnmacht" schonungslos, was diese Institutionen für die Opfer auch waren: Agenten der NS-Machthaber. Als Hannah Arendt in den frühen Sechzigerjahren als Beobachterin beim Eichmann-Prozess in Jerusalem anwesend war und ihren Bericht über die "Banalität des Bösen" verfasste, verursachten ihre Vorwürfe an die "Judenräte", die in den von den Nazis eingerichteten osteuropäischen Gettos zum Teil als Verwalter tätig waren, einen handfesten Skandal. "Wie konnten Menschen gezwungen werden, an ihrer eigenen Vernichtung mitzuwirken?" - Dieser Frage geht der Autor in seiner historischen Arbeit nach. Dabei gewährt er tiefe Einblicke in die Ohnmacht und Ausweglosigkeit, in der sich die jüdischen Vertretungen damals


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