Wienzeug

Politik | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Seelenverkäufer Chorherr?

Johannes Prochaska, Klubobmann der ÖVP im Rathaus, war wieder einmal in Fahrt: "Chorherr hat heute endgültig seine eigene Seele und die Seele seiner gesamten Fraktion an die Wiener SPÖ verkauft", donnerte er am Rande der Gemeinderatssitzung vergangene Woche. Grünen-Chef Christoph Chorherr als Faust, SP-Bürgermeister Michael Häupl als Mephisto? Anlass für Prochaskas Verdacht: Der Gemeinderat verabschiedete eine "Wiener Deklaration" für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für Lesben, Schwule und Transgender-Personen - freilich ohne die Stimmen der ÖVP. Die hatte gleichzeitig eine ähnliche Resolution, die neben der sexuellen Orientierung allerdings noch andere Diskriminierungskriterien einschließt, eingebracht. "Ein unsinniger Antrag, der etwa die EU-Sanktionen und andere Dinge, die mit Schwulen und Lesben nichts zu tun haben, beinhaltete", argumentierten die Grünen und stimmten gemeinsam mit SPÖ und LIF für die andere Version. Prochaska vermutet einen


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