Festwochen-Kritik: 1:0 für Holland

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Nach Moskau! Luc Bondy, die Tschechow-Figur unter den Regisseuren, verordnete den Festwochen heuer einen Russland-Schwerpunkt, den der Schauspieldirektor selbst mit seiner Inszenierung von Tschechows "Möwe" so überzeugend eröffnete, dass die folgenden Produktionen große Mühe hatten, Schritt zu halten. Zuerst präsentierte das Moskauer Künstlerkollektiv Schule der russischen Anmaßung die Gogol-Performance "Mantel No. 2737,5". Der Regisseur, der sich ZHAK nennt, hat mit Textfragmenten aus der Erzählung "Der Mantel" eine kryptische Szenenfolge inszeniert, deren Hauptattraktion eine kreisrunde Spielfläche aus Sand darstellt, auf der von unsichtbarer Hand Spuren gezogen werden und magische Lichtstimmungen erzeugt werden. Abgesehen davon ist die Aufführung szenisch erstaunlich dürftig geraten; dass die Gruppe schon seit mehr als fünf Jahren (!) an dem Projekt arbeitet, sieht man der Inszenierung jedenfalls nicht an. Russisches Avantgardetheater ist ein fernes Land.

Im Ronacher zeigte

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