Das Beste kommt noch

Theater. Der Burg-Dramaturg Stephan Müller stellt sich nun auch als Regisseur vor. Im Kasino inszeniert der Schweizer eine "Lebensberatungsshow" nach Andy Warhol.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Das Bild von Andy Warhol, das Stephan Müller ständig mit sich herumträgt, ist ein Original. Allerdings handelt es sich dabei mehr um einen echten Müller als um einen echten Warhol: Als der junge Schweizer Theaterstudent dem Star 1974 auf einer Party in New York begegnete, fragte ihn der "auf sehr stilisierte Weise schüchterne" Warhol, ob er ihn fotografieren wolle. Das Polaroid-Foto, das Müller ein Vierteljahrhundert später stolz präsentiert, wirkt dennoch eher wie ein Schnappschuss: Als er abdrückte, hatte sich Warhol schon einem wichtigen Galeristen zugewandt und deshalb keine Zeit mehr, in die Kamera zu schauen.

Mit seinen 48 Jahren ist Müller heute älter als Warhol auf dem Foto, und statt in New Yorker Galerien treibt er sich im Burgtheater-Kasino auf dem Schwarzenbergplatz herum, wo er gerade seine erste Wiener Inszenierung vorbereitet: "Nothing / Special" nach Texten von Andy Warhol. Auf die Idee war Müller vor ein paar Jahren gekommen, als er in der Kunsthalle Zürich


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