"Im Tempo ojojoj!"

Film. Mit "Train de vie" hat der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu einen ziemlich witzigen Film in der Tradition von Lubitschs "To Be or Not to Be" gedreht.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Eigentlich wollte er Rabbi werden, aber der Posten war schon vergeben. Also ist Shlomo stattdessen halt ein Weiser geworden, dem niemand so recht Beachtung schenkt. Eines Tages jedoch versetzt der Dorftrottel das ganze Schtetl in Aufruhr: Aus dem Nachbarort, berichtet er, hätten die Deutschen alle Juden abgeholt und weggebracht.

Man schreibt das Jahr 1941. Schauplatz von "Train de vie" ist die kleine jüdische Gemeinde eines Dorfs irgendwo in Osteuropa, eine untergegangene Zivilisation, die man Jiddischland nennt. Sein Vater, erzählt der aus Rumänien gebürtige Filmemacher Radu Mihaileanu, stamme aus so einem Schtetl: "Vor ein paar Jahren bin ich mit ihm nach Moldawien gefahren, um sein Dorf wiederzusehen, aber heute ist das eine ganz normale rumänische Kleinstadt. Es gibt keine Synagoge und kein einziges jüdisches Geschäft mehr. Für meinen Vater war das ein großer Schock, und für mich ein auslösender Moment, diesen Film zu machen."

Pralles Leben, satte Farben, eine vertraute Personage,


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