Pop in Pastell/Achtziger-Revival: Abseits der Idealzone

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Das unermüdlich einherziehende Achtziger-Revival leidet unter selektiver Wahrnehmung. Natürlich war damals nicht alles coole Eiszeit, Electro, Old-Skool-HipHop, smarter Falco und junger Hansi Lang. Die Achtziger waren keineswegs so monochrom, wie sie im bleichen Neonlicht glorifizierender Rückblicke erscheinen. Im Folgenden eine arbiträre Aufstellung typischer Achtziger-Phänomene, die vom Revival bisher - verdient oder unverdient - ignoriert wurden.

Agit-Pop Die Redskins, Billy Bragg, The Style Council, Bronski Beat bzw. die Communards mischten Mitte der Achtziger Pop und modisch linke Politik, sogar Sting schimpfte sich "Sozialist". "CCCP"-Sweatshirts waren de rigueur, Hammer und Sichel dominierten die Auslagen von Schöps und Turek.

Alternos Trugen Jutetaschen mit der Aufschrift "Hunger ist kein Schicksal". Selbigen im Bioladen am Spittelberg zu stillen, konnte allerdings sehr teuer sein. Unverzichtbar: das "Schwanzerl" (lange und beizeiten gezwirbelte Haarsträhne im Nacken).


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