Apfelstrudel, Schnitzel, Bier

Musik. Der Künstler und Sabotage-Chef Robert Jelinek sprach mit dem "Falter" über das Verhältnis von Kunst- und Elektronikszene, sein Interesse für Düfte und sein "Austria"-Projekt auf der Expo.

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Die Filiale einer Fast-Food-Kette beim Schottentor. Im voll besetzten Lokal findet sich erstaunlicherweise ein freier Platz. Doch dort liegt ein A4-Zettel: "Bitte diesen Tisch nicht verwenden!" Warum, bleibt unklar. Denn das Möbel schaut keineswegs gefährlich, sondern voll funktionsfähig aus. Dennoch essen die Gäste lieber im Stehen, als entgegen der Weisung zu handeln. Und auch der Autor sucht das Weite. Schließlich könnte dabei Sabotage-Kopf Robert Jelinek seine Finger im Spiel haben.

Hatte er nicht, wie Jelinek später im Falter-Interview versichert. Doch mit ähnlichen Aktionen im öffentlichen Raum begann er 1992 sein Kunstprojekt Sabotage; in der U-Bahn in Chicago etwa wurde ein Platz als "reserviert" ausgewiesen. Auch wenn solche Aktionen mittlerweile der Vergangenheit angehören, ist "Interventionen im öffentlichen Raum" bis heute das Motto von Sabotage. Also von Jelineks Arbeiten. Denn so sehr er auch betont, oft mit anderen Künstlern zu kooperieren: Jelinek ist Sabotage.


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